diggidaniel: Melancholie in tanzbar

„90bpm. Hip Hop. Beat.“ So hat diggidaniel noch seinen ersten Song beschrieben. Heute klingt seine Musik ein bisschen anders. Mit melancholischem Sound und den Zügen der 80er Synth-Pop und Wave-Sounds reiht sich diggidaniel neben Edwin Rosen, Nils Keppel, Temmis oder Streichelt unter den NNDW-Artists ein.

Seine Musik bleibt dabei zeitlos. diggidaniel lässt gerne die Genregrenzen verschwimmen und macht seine Musik tanzbar – die melancholische Grundstimmung bleibt aber bestehen. 

diggidaniel heißt eigentlich Daniel Pham und kommt aus Hannover. Seit Ende 2021 ist seine Musik auf den üblichen Plattformen zu hören. Mittlerweile hat er eine Reihe von Singles und eine EP veröffentlicht, darunter auch ein Feature mit Steintor Herrenchor im gemeinsamen Track „wollte nie“. 

Die Lyrics in seinen Tracks kreisen um die Themen des Erwachsenwerdens: Von Einsamkeit, Herzschmerz, Verliebtsein über Antriebslosigkeit, Trauer und Sehnsucht deckt er in seinen Texten vor allem die Symptome der Generation Z ab: „Ich will nichts mehr befürchten / Mich von der Zukunft befreien / Will grad nur den Augenblick“ heißt es in seinem Song „Augenblick“.

Die sechs Tracks auf der EP Neue Hoffnung, oder wie man sie nicht verliert sind von diggidaniel selbst geschrieben, produziert und gestaltet. Neben seinen Texten und der DIY-Mentalität macht vor allem seine tiefe Stimme den diggidaniel-Sound aus.

Denn Daniels Stimme hat Power und hallt nach, und dafür braucht es manchmal auch gar nicht so viel Text: Er versteht etwas davon, mit wenig Lyrics eine Atmosphäre zu schaffen. Sein Track „Zu Viel Zu Wenig umfasst nur etwa 100 Wörter, verteilt auf eine Strophe und zwei Refrains. Nach der ersten Hälfte besteht der Song fast nur noch aus Atmosphäre und Sound. Trotzdem verliert der Track nicht an Intensität, im Gegenteil. „Sag‘ ‚Alles okay‘, obwohl ich lang nicht mehr kann / Schreie nach Hoffnung, lüg‘ mich selbst wieder an.“

diggidaniel zeigt, wie Musik auch nachhallen kann, wenn sie eben nicht laut und viel ist. Mit seiner Mischung aus melancholischen Synth-Klängen, zugänglichen Texten und der markanten, tiefen Stimme gehört er gerade zu den spannendsten Stimmen der NNDW.

Autorin:

Lina Silkenbäumer


Interviews auf Musik unterm Radar:

Was ist deine „Flugangst“, Leo Kaminski?

Leo Kaminski gehört zu einer neuen Generation melodischer Deutschrap-Artists. Wir haben ihn getroffen und mit ihm über seine neue EP „Flugangst“ gesprochen und über den allerersten Beat, auf den er richtig stolz war.


Hast du etwas [GELD] für mich | dann singe ich ein Lied für dich

Wir schalten bei Musik unterm Radar weder Werbung noch gibt es Bezahlschranken. Das ganze Team arbeitet ehrenamtlich, weil uns etwas daran liegt, Newcomern eine Plattform zu bieten und euch gute Mucke zu zeigen. Weil auch bei uns aber Kosten anfallen, machen wir Miese. Wenn dir gefällt, was wir schreiben, würden wir uns sehr über ein paar Euro Unterstützung freuen!

2,00 €


Neuste Beiträge:

Frauen an der Front – die neue Ära des Pop 

Die Popwelt gehört den Frauen, schreibt unser Kolumnist, und liefert einige starke Belege mit, die ihr gehört haben solltet. Und er brieft euch, auf welchen Gig ihr eure Oma lieber nicht mitnehmen solltet.

Vianne: Indie-Folk zwischen Tagebuchseiten und Großstadtlärm

Vianne hat schon mit elf ihre ersten Songs geschrieben, sich selbst das Produzieren beigebracht und war zuletzt eine von vier Teilnehmerinnen der Pop-RLP-Masterclass. Bemerkenswert ist vor allem ihre facettenreiche Stimme und die Melodien, die trotz Indie-Grundlage immer auch einen unerwarteten Twist haben.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..