Nostalgische Italo-Disco-Sounds und harte Technobässe: Was auf den ersten Blick nach starkem Kontrast klingt, verschmilzt bei Das Beat zu einem düsteren wie tanzbaren Sound. Die Berliner Band um Sängerin Eddie Rabenberger und Produzent Alexander Cowan (besser bekannt als DJ Kirby) verbindet in ihrer Musik Einflüsse aus New Wave, EDM, Punk und Electronic.
Ihre erste EP Identität (2021), zeichnet sich durch Einflüsse des Space Age der 70er aus. Die gleichnamige Single trägt den typischen Italo-Disco-Klang und erinnert an „I Feel Love“ von Donna Summer. Anstelle des eingängigen, leichten Sommersounds kreieren Das Beat aber eine kühlere Atmosphäre. Durch die Verwendung von Synthesizern entstehen kosmische Klänge, die von Piano und Flöte unterstützt werden. Die Stimme zeichnet sich durch eine harte, überspitzte Aussprache aus. Hall und Verzerrungen legen einen robotischen und futuristischen Klang auf die Musik.
In ihren Texten scheut die Band sich nicht, vermeintliche Tabuthemen anzusprechen. Sie thematisieren weibliche Lust und Masturbation, toxische Beziehungen und Herzschmerz, Selbstzweifel und Depressionen.
Die Songs aus ihrem ersten Album Frau Fatal (2025) enthalten im Vergleich zur EP poppigere Beats und härtere Technoelemente. Inhaltlich spielen sie mit dem männlich geprägten Blick („male gaze“) und übersexualisierten Stereotyp der Femme fatale.
In „Hopeless Romantik“ macht die Sängerin sich diesen Typus selbst zu eigen. Hier geht es um eine toxische Beziehung, in der sie das Verhalten ihres Partners durchschaut – und ihn genauso ausnutzt und manipuliert: „He said: Baby I’ll always love you; Love you, like the other girls too; I act surprised, but honey, I already knew.“.
Die überzogene und exzentrische Darstellung macht besonders auf ihren Konzerten richtig Bock. Eddie Rabenberger zeigt sich auf eine Art, für die Frauen* in unserer Gesellschaft immer noch häufig verurteilende Blicke ernten: laut, impulsiv und selbstbestimmt. Sie nutzt die gesamte Bühne für sich und unterstreicht die Stimmung mit ihrem schauspielerischen Talent.
Mit Inszenierungen von Erbrechen, dem Schlagen des Kopfes gegen die Wand und theatralischem Zusammenbrechen geht es live ganz schön zur Sache. Ihre Energie ist ansteckend, Songs wie „Last Laugh“ animieren zum Tanzen, und dazu, sich frei zu bewegen und Raum einzunehmen: „Zeig mir deine Zähne, zeig mir dein Gesicht; Schüttel deine Mähne, wenn es schüttelt dich“. Am Ende steht fest: Mit ihrer empowernden Performance und unbändiger Energie gehören Das Beat eigentlich auf die noch viel größeren Bühnen.
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