Kobrakasino: Pop ohne Regeln

Was verstehen wir unter Popmusik? Eingängige Melodien, einfache Songstrukturen, Chartplatzierungen? Dabei gibt es Pop, der ganz anders funktioniert und frei ist von diesen Normen. Die österreichische Band Kobrakasino macht Pop, der sich gar nicht so leicht in Schubladen stecken lässt.

Kobrakasino liefert einen Sound mit NDW-Einflüssen samt einer Ästhetik, die an den Indie-Sleaze der späten 2000er Jahre erinnert. Das Grazer Trio bestehent aus den Musikern Sebastian Hiti, Benno Hiti und Chris Schöttel. Die drei gründeten schon 2018 ihre Band mit der sie eine EP sowie ihr Debütalbum Sonne, Mond & Dynamit veröffentlichten. Aus dem Album entstand die Single „Was vorher noch glänzte“, die sowohl auf Song- als auch auf Videoebene einen Einblick in die Kunst Kobrakasinos zeigt. Die filmartigen Szenen, das Sounddesign und die Lyrics verleihen dem Song einen besonders psychedelischen Charakter.

Beschäftigt man sich weiter mit dem Musikkatalog der Band, merkt man schnell, dass die Songs zwar klanglich oft ins Poprock-Spektrum passen, aber der Ansatz oft doch ein anderer ist. Im Song „die schlange“ bekommen wir eine andere Seite von Kobrakasino zu hören. Während „Was vorher noch glänzte“ noch stark über Atmosphäre und psychedelisches Sounddesign funktioniert, wirkt „die schlange“ minimaltischer, roher und lädt das Publikum zum Tanzen ein.

Kobrakasino zeigen, dass Popmusik nicht zwangsläufig nach festen Regeln funktionieren muss. Zwischen psychedelischen Klangflächen, tanzbaren Rhythmen und rohen Rockeinflüssen hat das Grazer Trio bei jeder neuen Single eine Überraschung parat.

Autor:

Philipp Strauch


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